Liebe Sportkeglerinnen und und Sportkegler im Bezirk Oberbayern,

ich weiß nicht, wie es Euch ergeht am Ende von 2021. Bei mir sind es die Gefühle von Erschöpfung und Demut nach einem Jahr voller Hoffnungen, Enttäuschungen, Aufschwung und erneuter Unsicherheit.

Das öffentliche Leben in Sport und Kultur, privat und geschäftlich, in der gesamten Gesellschaft ist noch immer geprägt von der Diskussion um, und den Auswirkungen von Corona.

Wie großartig war es, dass bereits Anfang des Jahres mehrere Impfstoffe auch in Deutschland entwickelt und produziert wurden. Hoffnung, dass unser gewohntes Leben wieder in Gang kommen werde. Planungen, unseren Sport, alle Amateursportarten, wieder aufleben zu lassen, wurden in die Tat umgesetzt und wirklich, wir konnten im September pünktlich unseren geliebten Kegelsport aufnehmen. Welche Freude, wirklich tiefempfundene Freude, sich wieder mit Menschen zu treffen, die uns ein langes Sportlerleben begleitet haben, sich wieder im sportlichen Wettkampf messen zu können, wieder das zu erleben, was unser Leben so bereichert!

Meine große Enttäuschung war und ist, dass der Umgang mit Corona uns Einschränkungen aufzwingt, die nicht alle unserer Kegler*innen mittragen wollen und können. Ich habe einige Diskussionen geführt mit Gegnern einer Impfung und mit Menschen, die unsere strengen Regeln nicht nachvollziehen können.
Ich durfte dabei lernen, dass Geimpfte sich Sorgen machen um den ungeimpften Teil der Gesellschaft, Ungeimpfte sich Sorgen machen, dass geimpfte Menschen sich unnötig einem zusätzlichen Risiko aussetzen.
Ich durfte dabei lernen, dass Menschen in ihrem Sinne vernünftige Maßnahmen mittragen und Angst davor haben, dass Querdenken eine Manipulation aus der Anonymität des Internets ist, ohne ein glaubhaftes Ziel zu erreichen. Andererseits glauben nicht wenige, die Machenschaften einer unbekannten Clique zu erkennen und kritisch darauf hinzuweisen, dass dies in eine Diktatur führt. Beide Gruppen eint, dass sie sich um die Gesundheit sorgen und ihre Freiheit behalten wollen. 

Weihnachten ist immer ein Fest der Hoffnung und die gebe ich nicht auf, dass wir im neuen Jahr Trennendes überwinden und unseren Sport wieder aufnehmen können. Ob es bereits im Januar sein wird, will ich für den arg gebeutelten Bezirk Oberbayern nicht voraussagen. Unser Ziel bleibt es, uns von einem Virus nicht in die Knie zwingen zu lassen und in 2022 unsere Punktrunde regulär zu beenden. 

Ich wünsche Euch allen frohe Weihnachten, ein gutes neues Jahr 2022, Begegnungen mit geschätzten Menschen, und vor allem, bleibt gesund

Andreas Seiband